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Informationsmanagement im Wandel
Feature-Interview zum Keynotevortrag von Dr. Ulrich Kampffmeyer auf den ContentManager.Days in Leipzig am 23.11.2006. Publiziert auf ecm-world.de, contentmanager.de und contentmanager.de/cmdays.
(BN = Björn Negelmann, Kongressleitung ContentManager.Days 2006, n:sight; Kff = Dr. Ulrich Kampffmeyer, PROJECT CONSULT Unternehmensberatung GmbH. Die schriftlich eingereichten Fragen wurden am 17.11.2006 beantwortet)

BN:
Das unternehmensweite Informationsmanagement ist und bleibt eine der größten Herausforderungen für Unternehmen auf ihrem Weg zur elektronischen Unternehmensorganisation. Neben der bereits schwierigen initialen Implementierung von elektronischen Informationsprozessen werfen immer neue technologische und anwendungsorientierte Entwicklungen und Konzepte weitere Fragen auf. Content Management ist nach Meinung des ECM-Branchen-Gurus Dr. Ulrich Kampffmeyer nur eine Facette, die sich immer mehr als Infrastruktur in die Informationslandschaft einfügt. Ulrich Kampffmeyer, Geschäftsführer der PROJECT CONSULT Unternehmensberatung, wird aktuelle Trends von ECM aber auch eine Reihe anderer verbundener Aspekte in seinem Eröffnungsvortrag provokant beleuchten. Die angekündigten sieben Themenschwerpunkte seines Vortrages sind "Informationsmanagement", "DNBG", "Web 42.0", "Technologien", "Flut", "User Audiences" und "Konsolidierung". Bereits bei allen vier vorangegangenen ContentManger.Days hatte Kampffmeyer als Keynote-Sprecher Impulse für die Veranstaltung gegeben und für kontroverse Diskussionen gesorgt. Zur Gestaltung der diesjährigen ContentManager.Days trägt er zudem als Mitglied des Fachbeirates und als Moderator der Sitzungsreihe "ECM Dokumentenmanagement" bei.
BN:
1) Sehr geehrter Herr Dr. Kampffmeyer, als Themenexperte halten Sie bei den Contentmanager.days die zentrale Keynote zu den Veränderungen in diesem Anwendungsfeld. Mit welchen Schlagworten lässt sich Ihr Referat beschreiben?
Kff:
Schlagworte gab es schon zu viele, die Anwender sind der babylonischen Sprachverwirrung überdrüssig! In meinem Vortrag möchte ich eine Reihe von Entwicklungen aufzeigen, die über den Tag hinausgehen. Content Management ist als eigenständige Disziplin überflüssig, längst ist es Bestandteil von Informationsmanagement. Der Einsatz von Lösungen ist nicht mehr eine Frage des 'Ob', sondern nur noch des 'Wie' und 'Wann' - sonst wird man der Informationsflut nicht mehr Herr. Längst gibt es außerhalb der Unternehmen Bedarf an Informationsmanagement und sei es nur die Gigabytes an Filmen, Photos, Mails, eBooks und Videos zu Hause zu verwalten. Und der Markt verändert sich - selbst Berater, die bis vor kurzem eine Konsolidierung leugneten oder uminterpretierten müssen angesichts der Übernahmen von Hummingbird, Captiva, FileNet, Stellent und anderen den Umbruch im Markt wahrnehmen. Wie Sie sehen, es gibt vieles zu berichten.
BN:
2) Enterprise Content Management wurde als Begrifflichkeit und Konzept für unternehmensweites Informationsmanagement in den letzten Jahren sehr stark propagiert. Was steckt dahinter?
Kff:
Den Begriff und die erste Definition von Enterprise Content Management gibt es inzwischen seit über 6 Jahren. Nichts Neues also. Dies ist gut so. Es zeigt, dass es in der schnelllebigen Welt der Begriffe auch längerfristige Konstanten gibt. ECM steht heute für 'die Methoden und Technologien zur Erfassung, Verwaltung, Speicherung, Bewahrung und Bereitstellung von Content und Dokumenten zur Unterstützung von organisatorischen Prozessen' in Unternehmen. ECM ist aber nicht etwas Web Content Management für Unternehmen, wie dies manche suggerieren. Bei ECM geht es um die Zusammenführung von strukturierten, schwachstrukturierten und unstrukturierten und Informationen jedweder Art, unabhängig von Format, Erzeuger, Nutzer und Quelle. ECM ist nicht mehr unbedingt eine eigenständige Lösung sondern wird immer mehr zur Infrastruktur - mit dedizierten Diensten, einem Middleware-Ansatz und einem einheitlichen Repository. Bestandteil von ECM sind fünf Hauptkomponenten: Capture für Erfassung, Manage für Verwaltung, Store für die dynamische, veränderliche Speicherung, Preserve für die Langzeitarchivierung, und Deliver für die Bereitstellung und das Output Management. Manage selbst umfasst Komponenten wie Dokumentenmanagement, E-Mail-Management, Business-Process-Management, Workflow, Web-Content-Management, Records-Management, Digital-Asset-Management und Collaboration. Ein weitgefaßter Anspruch, der bei vielen Anbietern wie Anwendern noch eine Vision ist.
BN:
3) Ist diese Vision des unternehmensweiten Informationsmanagement in den Unternehmen schon angekommen?
Kff:
Die Vision ist bei vielen schon angekommen, bei der Umsetzung hapert es. Es geht hier um Lösungen, die Organisation und Prozesse verändern. Dies geht nicht mit einem einfachen "Schalter-umlegen". Zunächst geht es bei den meisten erst einmal darum, einen "Bebauungsplan", eine "Roadmap" zu erstellen, um suksessive sich dem Thema anzunähern. Bei den meisten größeren Unternehmen gibt es keine "grüne Wiese". ECM ist daher meistens auch mit der Migration älterer Insellösungen und dem Zusammenführen vorhandener Informationsbasen - seien es Archive, E-Mail-Systeme, Datenbanken, Anwendungen, Workflow-/Groupware-Lösungen oder Fileverzeichnisse - einhergehen."
BN:
4) Nun ist das Thema Web 2.0 in aller Munde. Ist das auch überhaupt ein Unternehmensthema, oder doch nur etwas im Bereich Infotainment für Endkonsumenten?
Kff:
Der Begriff Web 2.0 wird sehr unterschiedlich belegt. Er hat technologische Aspekte, aber der Schwerpunkt liegt deutlich beim Ansatz von O'Reilly 'User-generierten Content' als Merkmal in den Vordergrund zu stellen. Es geht nicht nur um Infotainment - neue Funktionalität in Wikis, Blogs und Foren treibt auch Knowledge Management und E-Business; neue Oberflächen lassen Unterschiede zwischen Bürosoftware und Internetsoftware verschwinden; neue Services schließen auch ECM als ASP- oder OnDemand-Lösungen ein. Viele sprechen heute schon von Web 3.0, Web 3.1 oder Web 4.0. In meinem Vortrag werden ich gleich den Sprung in die galaktische Zukunft machen - Web 42.0.
BN:
5) Wohin geht die Reise beim Informationsmanagement? Ist das auch 2010 noch ein Thema?
Kff:
Wir stehen erst am Anfang der Reise. Unsere Werkzeuge sind unvollkommen. Zukünftige Archäologen werden unsere Epoche als das 'Dunkle Zeitalter der frühen Informationskultur' bezeichnen. Über Probleme, die heute IT-Manager beschäftigen, werden die Kids jedoch in Zukunft nur lachen. Sie wachsen heute schon in multimedialen bunten 3D-Welten auf, wo wir in Unternehmen immer noch versuchen in vernünftiger Zeit gescannte Schwarzweißbilder an den Arbeitsplatz zu bekommen. ECM wird so auch als eigenständige Disziplin bald verschwinden, im generellen Informationsmanagement aufgehen. Im Informationsmanagement selbst werden die Grenzen zwischen Zuhause und Firma - privat und dienstlich - technologisch wie auch funktional immer mehr verschwimmen. Virtualisierung nicht nur als Technologietrend sondern auch in unserer Arbeitswelt, in unserer Kommunikation, in unserem sozialen Leben und letztlich in unserem Denken. Die Softwarelösungen die es heute gibt, sind zu kompliziert. Das Management von Information gehört auf Betriebssystemebene. Wir dürfen hierfür keine Extralösungen brauchen. Meiner Meinung nach gehört alle Software verboten, die sich nicht um das effiziente Managen der erzeugten oder verarbeiteten Information kümmert. 2010 ist dabei kein Meilenstein, das Jahr 2010 haben wir in bereits vier Jahren. Im Jahr 2010 werden wir immer noch mit unvollkommener Software herumhantieren, vielleicht ein paar kleine Schritte weiter sein - aber mit Sicherheit auch neue Schlagworte für diese kleinen Fortschritte erfunden haben. Sonst gäbe es ja auch keinen Beratungsbedarf mehr durch Consulting-Unternehmen wie meines. Und - die gesamte ECM-Branche lebt doch davon, dass die meiste Standardsoftware, die Betriebssysteme selbst, in Bezug auf das Management von Information noch sehr unzulänglich sind.
BN:
Vielen Dank für Ihre Antworten.



Diskussion zum Interview auf ECM-Blog.de
ECM-Blog

Blog zum Vortrag
INJELEA

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Seitentitel: Interview_CMDasy_2006, Zitierung: http://www.PROJECT-CONSULT.com/home.asp?SR=829
Zuletzt aktualisiert am: 24.11.2006
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