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ILM – ist das Interesse abgeflaut?
Artikel von Dr. Ulrich Kampffmeyer, Geschäftsführer der PROJECT CONSULT Unternehmensberatung GmbH, Ulrich.Kampffmeyer@PROJECT-CONSULT.com
Um das Thema ILM Information Lifecycle Managemnent ist es im Jahr 2008 etwas ruhiger geworden. Viele Marketingversprechen der Storage-Anbieter haben sich nicht erfüllt. Offenbar ist bei ihnen die Thematik ILM neuen Hype-Themen wie Deduplizierung oder Virtualisierung zum Opfer gefallen.
Der Begriff ILM Information Lifecycle Management kam erstmal im Jahr 2003 häufiger auf. Speichersubsystemanbieter hatten ihn als neues Leitmotto auserkoren. Über die Urheberschaft kam es sogar zwischen zwei Anbietern zum Streit, wer denn diesen Begriff zu erst aufgebracht hatte und wer ihn sich schützen lassen darf. Es wurde jedoch sehr schnell klar, dass der Begriff zu allgemein ist und dass er bereits lange vor dem Jahr 2003 in Gebrauch war. Verschiedentlich und in anderer Bedeutung wurde der Begriff bereits in den 90er Jahren benutzt. Der Begriff setzt aus den Komponenten "Information", "Lifecycle" (engl. für Lebenszyklus; zusammen¬geführt aus life cycle oder lifecycle, um ein dreibuchstabiges Akronym bilden zu können) und "Management" im Sinne der Verwaltung, Handhabung und Kontrolle von Informationen in einem Informationssystem. Vergleichbare Akronyme und Begriffe mit zum Teil ähnlicher Bedeutung sind DLM Data Lifecycle Management (synonym zu ILM verwendet), DLM Document Lifecycle Management (ähnlich verwendet wie ILM und zugleich Name einer Initiative der Europäischen Kommission und der Nationalarchive Europas) und CLM Content Lifecycle Management (bzw. eingeschränkt Web Content Lifecycle Management). ILM Information Lifecycle Management wird besonders durch rechtliche und regulative Compliance-Anforderungen getrieben, die die Archivierung von Informationen erforderlich machen.
Inzwischen gibt es auch eine Reihe von Versuchen diesen Begriff ins Deutsche zu übertragen: Informationslebenszyklus¬management oder Informationlebenszyklus¬verwaltung. Diese Wortungetüme treffen aber nicht das, was mit Information Lifecycle Management gemeint ist: Ein Ganzheitlicher Ansatz um Informationen unabhängig von erzeugender Quelle, Anwendung und Nutzer entsprechend ihrem Wert auf dem geeignetsten Speichermedium zu verwalten. Der Begriff „Speichermedium“ ist an dieser Stelle wichtig. Der Begriff ILM Information Lifecycle Management wurde nämlich von Speichersystemanbietern wie StorageTek (heute SUN), EMC, NetApps und anderen lanciert. Hintergrund ist, dass auf Grund des harten Wettbewerbs und Preisverfalls bei Speichern eine Reihe von Hardwareanbietern begonnen hatte, ihre Speichersubsysteme mit Software aufzurüsten. Verwaltungskomponenten und Middleware sollten eine effizientere Speicherverwaltung mit „Intelligenz“ darstellen. Mit dieser Strategie sollten die Speichersysteme aufgewertet werden und zugleich eine Umstiegsmöglichkeit auf Wettbewerbsprodukte vermieden werden. Ganz am Anfang dieses Wettstreites stand EMC mit der Centera, einem WORM-Speichersystem zur unveränderbaren Archivierung von Information auf Festplatten. Inzwischen hat ILM als Konzept das komplette Hierarchische Speichermanagement mit unterschiedlichsten Medien ergriffen.
Definition des Begriffes ILM
Für den Begriff Information Lifecycle Management hat sich zumindest aus der Sicht der Anbieter von Speichersystemen eine Definition durchgesetzt, die des Branchenverbandes SNIA aus dem März 2004:
• ILM Vision:
"A new set of management practices based on aligning the business value of information to the most appropriate and cost effective infrastructure".
• ILM Definition:
"Information Lifecycle Management is compromised of the policies, processes, practices, and tools used to align the business value of information with the most appropriate and cost effective IT infrastructure from the time information is conceived through its final disposition. Information is aligned with business processes through management policies and service levels associated with applications, metadata, information, and data".
Auch wenn diese Definition sehr schwammig und sehr, sehr umfassend ist, so bringt ILM doch eine neue Qualität in die Verwaltung von Information, die weit über das bisherige Speichermanagement hinausgeht. Storage-Lösungen wurden in der Vergangenheit mehr oder weniger nur als Hardwarekomponenten angesehen, die über Dateisysteme oder spezielle Anwendungen mit Informationen beschickt wurden. Sicherheitsanforderungen, Auslagerungsstrategien und die Einbindung in Netzwerke führten zu kombinierten Hardware-/Softwarelösungen – RAID (Redundant Array of Independent Disks), HSM (Hierarchisches Speichermanagement) und SAN (Storage Area Network) sind hier die zugehörigen Akronyme. Letztlich war aber der Fokus der Lösungen auf die Verwaltung der Speicherkomponenten ausgerichtet. ILM geht einen wichtigen Schritt weiter. Die Speicherung von Information orientiert sich nunmehr an Lebenszyklus und Nutzung der Information. ILM berücksichtigt damit sowohl die Aspekte dynamisch veränderlicher Information zu Beginn des Lifecycle als auch die Langzeitarchivierung. Anders als bei herkömmlichen Document-Lifecycle-Management- oder Content-Lifecycle-Management-Strategien erfolgt keine Einengung auf bestimmte Ausprägungen und Typen von Information. Damit wird es auch möglich Programmversionen, Daten, Datenbanken und beliebige Inhalte in die Verwaltung einzubeziehen. ILM Information Lifecycle Management kann man charakterisieren als die Zusammenführung verschiedener Storage-, Archiv-, Content- und Document-Management-Technologien um dem Anwender eine transparente Schnittstelle und dem Systemadministrator eine einfach zu administrierende, einheitliche Speicherplattform zu bieten.
Anforderungen an Information Lifecycle Management
Der Bedarf für Speicherplatz wächst ins Unermessliche. Es geht längst nicht mehr darum, einfach immer mehr Speicher bereitzustellen: Eine effektive Verwaltung ist gefordert. Sie beginnt bei der Entstehung von Information und endet bei der Entsorgung. Ein durchgängiges Konzept ist notwendig, um die Information entsprechend ihrem Wert, ihrem Lebenszyklus und ihrer Nutzung zu verwalten. ILM orientiert sich damit an den drängenden Problemen, die heute IT-Manager belasten:
• E-Mail-Management und E-Mail-Archivierung
• Zusammenführung eingehender Information aus unterschiedlichen Quellen in einem Posteingangskorb
• Prozessgesteuerte Bereitstellung und Kontrolle von Information
• Langzeitarchivierung relevanter Information zur Erfüllung von regulativen und rechtlichen Vorgaben
• Zentral verwaltbare, einheitliche Speicherorte für unterschiedlichste Typen von Information
• Überwindung des Medienbruchs zwischen Papier und Elektronik, aber auch zwischen elektronischer Information und Daten in verschiedenen Anwendungen
• Bereitstellung von Information unabhängig von Quelle, Medium, Erzeuger, Ort und Zeit
• Sich automatisch selbst sichernde Systeme, um die kritische, größer werdende Abhängigkeit von der Verfügbarkeit der Information zu meistern
• Gezielter, datenbankgestützter Zugriff auf die Information
• Automatisierte Aussonderung nicht mehr benötigter Information nach Ablauf des Lebenszyklus
• Erlangung von Rechtssicherheit mit elektronisch signierten Dokumenten
• Migration zur Sicherung wertvoller vorhandener Information in neuen Systemumgebungen
Der Einsatz von ILM-Lösungen zur Bewältigung der aufgeführten Aufgaben ist nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, er ist in vielen Branchen bereits existentiell notwendig um im Wettbewerb bestehen zu können.
Die Bedeutung von ILM
Leider erfüllen die meisten ILM Information Lifecycle Management Lösungen der Speichersystemanbieter diese Anforderungen noch nicht. Auch sind die Überlappungen zum Konzept des ECM Enterprise Content Management mehr als deutlich. Im ECM-Konzept stellt ILM im Prinzip die „Speicher-“ und die „Langzeitarchivierungskomponente“ mit Unterstützung durch Datenbank und Records Management dar. Beim Anwender erhebt sich zunehmend die Frage, welche Systeme denn nun für die inhaltliche Verwaltung zuständig sein sollen. Hinzukommt, dass die ILM-Lösungen der Speichersystemanbieter den Lebenszyklus meistens nur eingeschränkt steuern können: Parameter sind Datum der Datei, Speicherort, Größe, Typ der Datei, letzter Benutzer und andere, eher technische Parameter. Anders als ein ECM- oder DM-System „kennt“ ILM der Speicherhersteller nicht den Inhalt und den Rechtscharakter einzelner Datensätze, Dokumente oder Media Assets. Ohne diese inhaltlichen Kriterien, die z.B. in einer Records Management Komponente verwaltet werden, ist ILM Information Lifecycle Management nicht effektiv. Die Speichersystemanbieter springen hier noch zu kurz. Dies gilt besonders, wenn man an die Begriffe „Wert von Information“ und „Prozesse“ in der ILM-Definition der SNIA denkt. Dennoch macht sich der Druck besonders auf die Archivierungsbranche bemerkbar. Spezielle Systeme werden hier zunehmend durch Infrastruktur¬komponenten in einem virtualisierten Netzwerk verdrängt. Der Ansatz ist im Prinzip auch richtig: Keine Speziallösungen mehr für die Archivierung und zwischenzeitliche Ablage von Informationen sondern Dienste, die allen Anwendungen gleichermaßen zur Verfügung stehen und einen transparenten Speicherort für das elektronische Wissen der Organisationen anbieten. Information Lifecycle Management wird daher kein kurzlebiges Schlagwort sein, sondern seine Bedeutung erst über die nächsten Jahre voll entfalten. Schließlich geht es um die Nutzbarmachung und Bewahrung der rapide anwachsenden Informationen. ILM Information Lifecycle Management wird damit zur notwendigen Infrastruktur in jeder IT. (Kff)
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Zuletzt aktualisiert am: 6.10.2008
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