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Das TIFF Format – der Klassiker
Von Jan Uzunoglu
Das TIFF-Format ist der Klassiker im Bereich der elektronischen Archivierung. Es gibt kaum einen Hersteller der nicht dieses Format unterstützt. Von der ANSI (American National Standards Institute) wurde ein Auftrag aufgegeben einen Standard zu entwickeln. Durch das Bereitstellen eines Standard-Formates zur Digitalisierung und Bearbeitung von Bildern sollte der Austausch von Bild-Daten zwischen verschiedenen Anwendungen erleichtert werden. Statt der Unterstützung zahlreicher Formate für jeden Scannerhersteller, jeder Desktop-Publishing-Applikation und jedes Zeichenprogramms sollten die Hardware- und Software-Hersteller sich nur noch um ein Dateiformat kümmern müssen. Das Tagged Image File Format wurde 1986 von der Firma Aldus (1994 von Adobe übernommen) in Zusammenarbeit mit anderen Herstellern (Microsoft) als Standard-Dateiformat in erster Linie für Desktop Publishing und damit verbundene Anwendungen entwickelt. TIFF ist für die Bearbeitung verschiedener Arten von Bildern, wie Graustufen-, Farbbilder und Multipagebilder auch mit verschiedenen Auflösungen, ausgelegt. Das Format erlaubt es, mehrere Versionen desselben Bildes in einer Datei abzulegen, so dass man z.B. ein Bild in verschiedenen Auflösungen in einer Datei speichern kann. Die Struktur des TIFF-Formats ist so angelegt, dass zukünftige Erweiterungen leicht hinzugefügt werden können. Bestehende Applikationen müssen dann nicht geändert werden, sofern sie von den Neuerungen keinen Gebrauch machen wollen. Sie ignorieren einfach die ihnen unbekannte Kennungen und verwenden nur die Informationen aus der TIFF-Datei, die sie interpretieren können.
Ein weiterer Vorteil des TIFF-Formats ist dessen Maschinenunabhängigkeit. Es ist weder abhängig von den Prozessoren einer Firma noch von einem bestimmten Betriebssystem, und kann somit unter UNIX genauso wie unter MS-DOS und Windows oder auf einem Macintosh zur Anwendung kommen.
Das TIFF-Format besitzt keine feste Dateiorganisation wie z.B. das PCX-Format, bei dem die Stellen der einzelnen bildbeschreibenden Attribute, wie etwa die X-Auflösung, schon vor dem Lesen bekannt sind. Die Bild-Attribute werden beim TIFF-Format über sogenannte Kennungen beschrieben. Sie enthalten Name und Größe der Information, sowie deren Wert oder einen Zeiger auf die Information, die an anderer Stelle in der Datei liegen kann. Es können so viele Kennungen angefügt werden, wie man zum Speichern des Bildes benötigt. Die Kennungen einer Bilddatei werden Image File Directory (IFD) genannt. Eine Datei kann mehrere durch Zeiger verkettete IFDs enthalten, die dann jeweils eine andere Version des Bildes, wie z.B. mit unterschiedlicher Auflösung beschreiben.
Eine TIFF-Datei besteht somit im wesentlichen aus drei großen Teilen: Header, Image File Directory, die eigentlichen Daten.TIFF besitzt über 140 verschiedene Varianten und kann daher zu Problemen bei der Bildanzeige bzw. Bearbeitung führen. Eine für den Raumbezug wichtige Unterform ist geoTIFF. Der Bilddatei ist dabei ein sogenanntes TIFF-Worldfile (TFW) beigelegt, das die geographische Lage einer Bildecke und die Ausdehnung in X- und Y-Richtung angibt. So lassen sich beispielsweise Luftbilder beim Laden automatisch nebeneinander an ihren geographischen Positionen aufreihen.
Des weiteren erlaubt TIFF eine verlustfreie Datenkomprimierung im Gegensatz zu anderen Formaten. Die ITU (International Telecomunication Union vormals CCITT) hat die Komprimierung nach Fax Gruppe 3 (10:1) und Gruppe 4 (20:1) standardisiert. Aus diesem Grund ist der Einsatz im elektronischen Archiv für die Graustufendarstellung besonders geeignet.
Das TIFF-Format hat sich durch seine universellen Einsatzmöglichkeiten weit verbreitet. Die zur Beschreibung der Bildattribute nötigen Daten können sich an beliebiger Stelle innerhalb der TIFF-Datei befinden. Über das IFD hat man Zugriff auf diese Daten. Besitzt eine Datei mehr als ein IFD, so sind diese über Zeiger miteinander verkettet. Die Länge eines IFD ist somit variabel und hängt von der Anzahl der Tags ab. Ein Tag enthält die bildbeschreibenden Informationen wie z.B. Bildabmessung oder Pixelauflösung.
Neben den öffentlich dokumentierten (public) Tags kann jeder Hersteller auch eigene Tag-Typen (private) benutzen, um zusätzliche Informationen wie z.B. ein bestimmtes verwendetes Komprimierungsverfahren in der Datei zu speichern. Diese Informationen können dann aber auch nur von der zugehörigen Software ausgelesen werden. Da man mit diesem Mechanismus auch Indexinformationen im Header ablegen kann, ist TIFF für die revisionssichere Langzeitarchivierung besonders geeignet.
Das TIFF-Format hat sich deshalb im gewerblichen Bereich etabliert, weil es die Kriterien der Unveränderbarkeit und der Langzeitverfügbarkeit erfüllt. Bei diversen anderen Formaten werden durch Skalierbarkeit nicht nur die Dateien komprimiert sondern es können auch Details verschwinden. Das TIFF-Format ist seit 16 Jahren auf dem Markt und somit ein Standard auf dem schnelllebigen EDV-Markt.
Aber das klassische TIFF-Format bekommt Konkurrenz. Sie kommt sogar aus dem eigenen Hause: das PDF-Format. Ein jüngerer Konkurrent ist das Format JPEG2000 das vor allem Dingen verlustfreie Darstellung für die Farbbildverarbeitung bietet. Bei der Entscheidung nach dem richtigen Format für das elektronische Archiv, sind verschiedene Faktoren zu beachten. Jedes der erwähnten Formate hat seine speziellen Vor- und Nachteile. Eine genaue Analyse und die richtige Entscheidung sind die Voraussetzungen, um auch in 30 bis 50 Jahren alle archivierten Daten verfügbar zu haben.
ANSI
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Seitentitel: Standards_TIFF, Zitierung: http://www.PROJECT-CONSULT.com/home.asp?SR=401
Zuletzt aktualisiert am: 27.4.2002
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